Elektrische Zukunft!

Nichts für den Alltag, und nur für Gutbetuchte: Strom-Flitzer Tesla Roadster.Jeder weiß, dass die Rohstoffreserven auf der Erde immer knapper werden. Doch was tun? Die Lösung: Elektroautos, Strom tanken, statt Sprit. So lautet die Devise, denn nur so kann man mobil bleiben und das Klima gleichzeitig schützen.

Etwa 100.000 Euro kostet der Stromflitzer auf dem Parkplatz von Tesla Motors in San Carlos. Der Strom wird über ein dünnes Kabel geleitet in den 2-Sitzer getankt. Am Blinken der Ladebuchse erkennt man, dass der Autoakku halb voll ist.

Wer bezahlt bekommt zusätzlich zum Auto eine eigene Ladestation für die Garage. Sie liefert 70 Ampere Starkstrom und hat verblüffende Ähnlichkeit mit einer Parkuhr. „Einmal Volltanken bitte“ >>> 4 Stunden. Da der Mensch ja auch seinen Schlaf benötigt, kann er dies ja eigentlich über Nacht machen. Das ist einfach, umweltschützend und billig.

Der Elektromotor des Flitzers erzeugt weder Lärm noch Vibrationen. Durch den Druck des Gaspedals, erfährt man selbst ob er bereit ist.

Immer mehr und mehr Menschen sind sich einig:“Die Zukunft des Autos ist elektrisch!“  Vorallem aber in San Jose und San Francisco sind derzeit viele Experten dieser Meinung. Auto 2.0 unter diesem Motto, versuchen bereits viele Firmen, Technologien zu entwickeln, die die Automobilindustrie revolutioniert.

Vielleicht fragt sich jetzt der Eine oder Andere, was eigentlich so toll sei an Elektromotoren.

  • Der Elektromotor ist etwa viermal effizienter im Vortrieb als der beste Benzin oder Dieselmotor.
  • Man verbindet Mobilität mit Klimaschutz.

Analisa Bevan, von der Umweltbehörde in Sacramento berichtet:“In Kalifornien stammt die Hälfte aller Kohlendioxidemissionen aus Auspuffrohren.“ Das Ziel ist, diese bis 2050 per Gesetz um 80 Prozent zu verringern.

„(…)Im Jahr 2050 müssten 40 Prozent aller Autos einen Elektroantrieb haben oder stromzapfende Hybridfahrzeuge sein, die aus einer Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotor bestehen. (…) Der Rest wären konventionelle Hybridautos, wie es sie heute schon gibt, die dann aber Biokraftstoffe tanken müssten. Nur so lässt sich eine 80-prozentige CO2-Reduktion schaffen.“

Sprit drosseln durch Hybrid?

In einem Hybridauto steckt doch so Einiges. Unter der Motorhaube solch‘ eines Wunderwerks, wie dem millionenfach verkauften Toyota Prius Hybrid, befindet sich eine Mischung zwischen Elektro- und Benzimotor.

Der Elektromotor hilft bei der Beschleunigung des Wagens mit und nimmt den Strom von einer kleinen Batterie, die sich beim Bremsen auflädt. Dadurch, dass der Spritverbrauch von Hybrid deutlich minimaler liegt als bei allgemeinen Benzin- und Dieselmotoren, gehören Hybrid seit Jahren zu jenen Autos, die mit einem Liter Kraftstoff am Weitesten kommen.

Wer noch weniger Sprit verbrauchen will, als der japanische Technologievorreiter, der knapp 20 Kilometer schafft (mit einem Liter Kraftstoff), der hat die Möglichkeit sich eine größere Batterie ins Auto einbauen zu lassen. Dies ermöglicht es dem Besitzer, sein Auto an jeder Steckdose aufzuladen. Je nach Batterieleistung können damit 15 bis 65 Kilometer rein elektrisch gefahren werden, ohne einen Tropfen Sprit zu verbrennen. Der Benzinmotor wird beinahe gar nicht verwendet. Erst wenn die Batterie zur Neige geht, springt er an.

Toyota nahm sich dieses Jahr vor, Hybrideautos mit Stromanschluss in Serie zu bauen. Aber damit sind sie nicht die Einzigen, ebenso hofft General Motors auf diese Technologie.

Für 2010 wurde bereits der Chevy Volt angekündigt, welcher unter Experten als letzte Chance für den US-Konzern zählt.

Die ersten 60 Kilometer jeder Fahrt soll der Chevy elektrisch unterwegs sein, doch das soll bei Weitem nicht das Maximum für manche Hersteller sein.

Ein Gesetz aus Kalifornien zwang schon 1990 die Autobauer, emissionsfreie Fahrzeuge herzustellen. Die Hersteller Nissan, Toyota, Honda, Ford bauten in Batterieautos. General Motors entwickelte 1996 den Elektrosportwagen EV1.  Dieser begeisterte auch die Prominenz, wie zum Beispiel Mel Gibson und Tom Hanks.

Zehn Jahre später war nahezu kein einziges Elektroauto mehr auf den Straßen zu sehen. Laut einer Dokumentation lag es weder an der Technik, noch am Interesse der Kunden. Aus Angst vor Profiteinbußen torpedierten die Ölkonzerne und Automobilhersteller den Vormarsch der Elektroautos.

Daraufhin wurde das Gesetz 2003 wieder gekippt.

Analisa Bevan von der Luftreinhaltungsbehörde erklärt heute, es seien 2003 vor allem Kostenargumente gewesen, die ihre Behörde bewogen hätten, die Auflagen zu lockern.

Toyota und andere Hersteller klagten damals, sie könnten Elektroautos nicht gewinnbringend verkaufen. Die Batterien wären zu teuer – und würden es wohl auch weiterhin bleiben.

Es schien, als käme das Ende der Elektroautos, doch der nächste Innovationssprung ist schon da. Sowohl Toyota als auch General Motors wollen ihre künftigen Elektromobile mit den leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Akkus bestücken.

Die Innovation kam von Tesla Motors aus dem Silicon Valley. Das Jungunternehmen, das dieses Jahr nun auch die ersten Autos nach Deutschland verschiffen sollte, demonstriert was heute schon möglich wäre.  450 Kilogramm wiegt die Batterie hinter den Sitzen des Tesla Roadster. Bestehend aus 7000 Lithium-Ionen-Akkus, wie sie auch in Laptops zum Einsatz kommen.  Der 42 Kilo schwere Elektromotor wird über eine Leistungselektronik angetrieben.

Die Beschleunigung des Elektroautos ähnelt der eines Motorads. Von 0 auf 100 in 4 Sekunden. Dies schafft kaum ein anderes Serienfahrzeug. Kaum nimmt man den Fuß vom Gas, so wirkt der Elektromotor als stromfördender Generator und lädt in Folge den Akku auf.

Mit einem vollen Akku schafft der Sportwagen sage und schreibe über 300 Kilometer.  Getankt wird, wie gesagt, nachts in der Garage, wenn der billige Strom fließt. Aufgrund der niedrigen Dollarpreise für den Strom in Kalifornien ist man bei Tesla Motors überzeugt, auch für die geplante Limousine reichlich Käufer zu finden.

Natürlich ist es auch wichtig zu wissen, dass so ein Akku bis zu 1000 Mal aufgeladen werden kann und auch danach hat so ein Akku noch eine gute Kapazität.

Aufgrund unregelmäßiger Ladezyklen im Alltag kann bei Tesla Motors derzeit aber keiner garantieren, dass der Energiespeicher nicht vielleicht doch schon nach 100 000 Kilometern ausgetauscht werden muss – und das wird dann teuer. Immerhin sparen die Fahrer bis dahin bei den laufenden Kosten.

Ölwechsel sind kein Thema mehr, ebenso wie der regelmäßige Austausch von Zündkerzen, Öl- und Kraftstofffiltern. Das zentrale Argument ist aber schlussendlich die Tankrechnung. Eine Batterieladung kostet nur ein paar Euro.

Geplant ist, dass jeder Kunde künftig eine Ladestation zuhause installiert bekommt. Die anderen Tankanlagen wären dann so verteilt, dass jeder beim Essen, Einkaufen etc. immer eine findet.

Better Place verspricht seinen Kunden,

ihre Autos ausschließlich mit regenerativ erzeugtem Strom zu betanken und die dafür nötige Kraftwerkskapazität bei Bedarf in Auftrag zu geben. Um gegen die begrenzte Reichweite anzukämpfen plant die Firma, neben den landesweiten Ladestationen auch Batteriewechselstationen aufzubauen. Angeblich sind in Israel über 100 geplant, über 400 in Sydney, Melbourne, Brisbane und dazwischen.

„Sie fahren hinein und halten an einer bestimmten Stelle. Dann tauscht ein Roboterarm unter ihrem Auto die leere Batterie gegen eine volle. Weil Sie die Batterie nur geliehen haben, kümmert Sie das nicht. In weniger als 5 Minuten können sie weiter fahren.“, so der Sprecher von Better Place.

Während man früher auf Langstrecken die Pferde tauschte, wohl jetzt bald die Batterie…Viele Entwicklerteams weltweit arbeiten bereits an dem automatischen Batteriewechsler.

Im Dezember wurden bereits die ersten öffentlichen Ladebuchsen für Elektroautos in San Jose installiert. Und zwar von der Firma Coulomb Technologies. Abgerechnet wird elektronisch.

In Washington herrscht Aufbruchsstimmung. Am Montag verkündete Präsident Barack Obama, dass seine Regierung die verschärften Autoabgasnormen, die Kalifornien bereits 2007 einführen wollte, nicht länger blockieren würde. Für saubere Elektroautos bedeutet das kräftigen Rückenwind.

Der Automobilexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen ist überzeugt, dass die Zukunft des Autos elektrisch ist.“Den reinen Batteriefahrzeugen, die Tesla Motors und Better Place ins Rennen schicken, gibt er wegen ihrer begrenzten Reichweite aber nur in Ballungszentren eine Chance. Das von den Bürgermeistern der San Francisco Bay Area erklärte Ziel, ihre Region zum Motor der elektromobilen Zukunft machen und bis 2015 eine Million Elektroautos auf die Straßen bringen zu wollen, ist nur schwer erreichbar“,

Innerhalb der nächsten zehn Jahre will Better Place Millionen an Elektroautos des Herstellers Renault-Nissan auf die Straßen bringen. Reichweite 160 Kilometer. Die dazu benötigte Fabrik wird gerade gebaut. Und zwar in der Türkei.

Laut Better Place wären die Mobilitätskosten der Elektrolimousine von Renault-Nissan mit sechs US-Cent pro Kilomeer nur halb so hoch wie heute in den USA. In Deutschland schättz man, könnten Elektrofahrer etwa 25 Prozent billiger unterwegs sein. Die einzigen Umstiegshürden wären dann nur noch die begrenzte Reichweite und die hohen Anschaffungskosten.

„Die Anforderungen, die in Kalifornien gemacht werden, sind sehr wichtig, weil Kalifornien ein sehr wichtiger Markt ist für deutsche Automobilhersteller. Auch das ist ein Grund, warum man mit hohen Anstrengungen am Elektrofahrzeug bei BMW, bei Daimler, bei VW, in den Konzernen in Deutschland arbeitet.“, so Sven Thesen.

Das Ziel von BMW ist es, dieses Jahr 500 batteriebetriebene Mini Cooper in die USA zu liefern. 2010 plant Daimler ein Elektro-Smart mit 100 Kilometern Reichweite auf den Markt zu bringen. VW testet derzeit einen stromzapfenden Dieselhybrid-Golf. Elektrische Reichweite 50 Kilometer, ebenso auf dem Markt ab 2010.

„Es ist keine Frage des Könnens, es ist keine Frage des Tuns, es ist eine Frage der Zeit.“

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/912635/

RSS Trackback URL lwagner | 18. Februar 2009 (17:56)

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2 Kommentare

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